Jüdisches Leben in Oberwesel
Die jüdische Tradition hat in Oberwesel mit dem ersten Nachweis im Jahr 1241 eine lange Geschichte. Wie auch andernorts ist sie leider immer wieder durch antisemitische Einflüsse geprägt.
Bereits zu Römerzeiten trieben Juden regen Handel entlang des Rheins und ließen sich darnieder – so auch in Oberwesel. Zum ersten Mal wurde die jüdische Gemeinde Oberwesels im Jahr 1241 erwähnt. Ab der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts begann für die jüdische Bevölkerung eine langjährige Pogromwelle. Ab 1287 waren Juden nicht nur in Oberwesel Gewalttätigkeiten ausgesetzt. Angeblich waren Franziskanermönche für diese aggressive Haltung verantwortlich. So sollen die Inhalte den Judenhass gefördert haben.
Die Legende um den Heiligen Werner führte schließlich dazu, dass die Christen Oberwesels gegen ihre jüdischen Nachbarn mit Gewalt vorgingen. Jedes Mal, wenn in Oberwesel ein Unglück geschah, wurden die Juden beschuldigt, angefeindet und angegriffen. So auch in den Jahren 1347 bis 1351, als die Pest in der Stadt wütete und die christliche Bevölkerung glaubte, die Juden hätten den Dorfbrunnen vergiftet oder als 1570 ein verheerender Brand, den angeblich die Juden gelegt hätten, die halbe Stadt zerstörte.
Die folgenden Seiten sollen sich den allgemeinen jüdischen Gebräuchen und den heute noch in Oberwesel zu findenden Spuren jüdischen Lebens widmen.





